Librettist

Großmann, Gustav Friedrich Wilhelm
30.11.1743
Berlin
20.05.1796
Hannover
Deutscher Schauspieler, Schauspieldirektor und Theaterdichter. 1767 nach dem Jurastudium preußischer Legationsrat in Danzig. Trat 1772 von dem Amt zurück, um sich in Berlin unter dem Einfluß von Karl Theophil Doebbelin ganz dem Theater zu widmen. Kontakt mit den aufklärerisch-literarischen Kreisen um den „Montagsklub“. Bekanntschaft mit Lessing, den er zeitlebens verehrte. 1773 Veröffentlichung seines dramatischen Erstlings Die Feuersbrunst. 1774 Schauspieldebüt bei der Seylerschen Gesellschaft in Gotha. Festes Engagement als Schauspieler, Dramaturg und Übersetzer. 1778 Theaterdirektor in Bonn. Gründete später eine eigene Bühne in Frankfurt/Main, die zu einer der maßgeblichen Wanderbühnen der Zeit gehörte. Unter seiner Leitung Uraufführungen von Schillers Dramen Fiesco in Bonn (1783) und Kabale und Liebe in Frankfurt/Main (1784). Diese brachten ihm die lebenslange Wertschätzung Schillers ein. Von 1787 bis 1796 Direktor des kurfürstlichen Hoftheaters in Hannover, parallel dazu 1790 bis 1792 Schauspieldirektor in Kassel und von 1792 bis 1795 Leiter des neuen Schauspielhauses in Bremen. Riskierte während der 1790er Jahre im Kampf für die Ideen der Französischen Revolution den Konflikt mit den Behörden. 1795 Kritik am kurhannoverschen Hochadel, daraufhin kurzzeitige Haftstrafe an deren Folgen er starb. Förderer des zeitgenössischen Sturm-und-Drang-Dramas. Seine eigenen Stücke, u.a. Nicht mehr als sechs Schüsseln (Uraufführung 1780), waren bürgerlich-empfindsame Familiendramen.

In der Datenbank befindliche Libretti des Librettisten

Titel
Adelheit von Veltheim
Die Reue vor der Tat
Der Barbier von Seville
Liebesabenteuer
Melide